Lebensläufe


Gerold Karl Hannabach wurde am 5. Juli 1928 in der alten Egerländer Musikstadt Schönbach geboren. Aus einer traditionsreichen Musikinstrumentenbauerfamilie stammend, war es für ihn selbstverständlich, an der in hohem Ansehen stehenden Fachschule für Musikinstrumentenbau in Schönbach die Fächer Geigen- und Streichbogenbau zu belegen. Nach der Ausweisung in Jahre 1946 begann Hannabach eine Handwerkslehre als Zupfinstrumentenbauer bei Gitarrenbaumeister Arnold Hoyer. 1948 legte er die Gehilfenprüfung ab; es folgten Gehilfenjahre in ver- schiedenen Werkstätten. Bereits am 7. Mai 1953 konnte er in Bubenreuth seine eigene Werkstatt eröffnen. Die Meisterprüfung absolvierte er 1966 vor der Handwerkskammer Nürnberg. Gerold Karl Hannabach beschäftigte sich in dieser Zeit mit dem Bau von Schlag- und klassischen Gitarren, die zunächst hauptsächlich über den Handel vertrieben wurden. Nach seiner Berufung an die "Lehrwerkstätten für Musikinstrumentenbau Bubenreuth" unterrichtete er bis zur Schließung der Schule als Fachlehrer. In der folgenden Zeit stellte sich G. K. Hannabach ganz auf den Bau von Meistergitarren ein und löste sich langsam vom Handel. Von den Meistern der Streich- und Zupfinstrumentenmacherinnerung wurde der junge, tüchtige, vor allem aber talentierte Hannabach schon bald anerkannt: Er wurde 2. Obermeister dieser Innung, ein Amt, das er bis 1990 inne hatte.
Begegnungen mit bekannten Professoren und Solisten - hier seien Prof. Karl Scheit, Prof. Maritta Kersting, Prof. Hans Gräf und Prof. Sonja Prunnbauer erwähnt - trugen Ende der sechziger Jahre zur handwerklichen künstlerischen Reifung Hannabachs bei. Er ist nun noch mit Bauaufträgen für bekannte Solisten in In- und Ausland beschäftigt, spezialisierte sich in der folgenden Zeit auf klassische Konzertgitarren mit 6 - 10 Saiten und entwickelte die 6- bis 8-saitige Terzgitarre.
Wertvolle Anregungen und neue Erkenntnisse für seine handwerkliche Kunst im Gitarrenbau Gewann G. K. Hannabach während einer Informations- und Studienreise mit seinem Freund Siegfried Hogenmüller, die ihn 1973 nach Spanien führte, wo er Freundschaft mit den bekannten Meistern Hernandez, Ignacio Fleta, Pena und anderen schloß. Im gleichen Jahr lernte er in Düsseldorf Julian Bream kennen; zum Kundenkreis des inzwischen bekannt gewordenen Bubenreuther Meisters zählte nun auch u. a. Pro. Bernhard Hebb aus den USA. Mit Prof. Hebb verbindet ihn in der Folgezeit die Durchführung eines in dieser Form wohl einzigartigen Seminars, das einen Gitarrenspielkurs mit einem Kurs zur Pflege und Reparatur von Zupfinstrumenten vereint.
1978 führte Hannabach gemeinsam mit B. Hebb und Sonja Prunnbauer ein Gitarrenbautechnisches Seminar in Bad Harzburg durch, aus dem sich das Konzept für den seither alljährlich veranstalteten Kurs entwickelte. Inzwischen findet dieser Kurs unter Leitung von Bernhard Hebb und Bernd Ahlert sowie Karl Hannabach und seinen Schülern, den Gitarrenbaumeistern Magarete Brunswicker - Apelt und Christian Apelt ( die diese Arbeit später einmal selbständig fortführen wollen ) jeweils im Oktober in Barmstedt bei Hamburg statt.
Der Wunsch seine Erfahrungen und Kenntnisse weiter zu vermitteln, hat dazu beigetragen, Vortagsreisen in aller Welt zu einem wesentlichen Bestandteil der Tätigkeit Hannabachs werden zu lassen; er hat an zahlreichen Gitarrenseminaren, Kongressen und Hochschulvorträgen teilgenommen, die ihn nach Österreich, in die Schweiz, nach Schweden, Dänemark, in die USA und in letzter Zeit mehrfach nach Polen führten. In Polen lernte er 1988 Prof. Dr. Jan Patarek aus Gdansk ( Danzig ) kennen, er nahm 1989 am Festival in Lodz teil und schloß in Wroclaw ( Breslau ) Bekanntschaft mit dem Gitarristen Piotr Zaleski. Die zahlreichen Reisen nach Dänemark brachten ihn mit Laif Müller - Lauridsen zusammen, seine Kontakte in die USA, bei denen er Anfang der achtziger Jahre amerikanische Solisten wie Reed Desrosiers, Michael Nix und Alice Artzt kennenlernte, führen ihn 1990 zu einer Vortragsreise nach San Diego, wo er mit Celin Romero und der Romero - Schülerin Lisa Smith zusammentrifft. Erste Kontakte zu den Romeros wurden bereits 1989 geknüpft, als G. K. Hannabach für Pepe Romero eine Gitarre baute.
Die handwerkliche Kunst und die wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit Hannabachs finden ihren Ausdruck auch in den öffentlichen Ehrungen, die ihm zuteil wurden: Den 50. Geburtstag des Meisters nahm die Handwerkskammer Nürnberg zum Anlaß, Gerold Karl Hannabach für seine besonderen Verdienste um das Musikinstrumentenmacherhandwerk auszuzeichnen.
Im März 1980 folgte die Ernennung zum "Öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für das Zupfinstrumentenmacherhandwerk". Zu seinem 60. Geburtstag wurde der Handwerksmeister durch den Präsidenten und Obermeister E. H. Roth geehrt; Prof. B. Hebb gab Hannabach zu Ehren ein Konzert im Bubenreuther Rathaus.
Seit 1987 arbeitet der Sohn des Meisters, Karl Hannabach; in der Werkstatt seines Vaters mit. Als Schüler des Bubenreuther Gitarrenbaumeisters lernt er, was die Arbeit seines Vaters prägt: Die Leidenschaft, Holz in klingende, hochwertige Musikinstrumente zu verwandeln, die Aufgabe, für den jeweiligen Solisten das entsprechende individuelle Instrument zu bauen, aber auch, in der Tradition verankert, nach neuen Wegen im Musikinstrumentenbau zu suchen.


Karl Johann Hannabach, geboren 23.09.1971 in Erlangen.
1978 - 1981 Besuch der Grundschule in Bubenreuth.
1986 Besuch der Hauptschule in Baiersdorf mit Abschluss.
Ab September 1986 Berufsausbildung als Gitarrenbauer bei seinem Vater Gerold Karl Hannabach.
1989 Gesellenprüfung.
Bis August 1990 Berufstätigkeit bei seinem Vater als Geselle.
Seit September 1990 bei der Firma E. H. Roth als Geigenbauer angestellt.
Paralell dazu bei seinem Vater in der Werkstatt Bau von eigenen Schüler- und Solistengitarren, sowie Reperaturen von allen Saiteninstrumenten.
Anerkennung durch renomierte Gitarristen und Pädagogen.
Sehr gern gesehener Gast als Austeller bei Internationalen Gitarrenfestivalen.